Risiken von Billiger Tattoo-Farbe: Warum Qualität zählt
- charlottemariepete7
- 8. Aug. 2024
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Tattoo-Farben sind entscheidend für das Endergebnis eines Tattoos, sowohl in Bezug auf Aussehen als auch auf Sicherheit. Während es verlockend sein kann, nach kostengünstigen Alternativen zu suchen, insbesondere für DIY-Tätowierer oder Hobbyisten, kann die Verwendung von billiger Tattoo-Farbe erhebliche Risiken bergen. Hier sind die Hauptgründe, warum du beim Kauf von Tattoo-Farben nicht am falschen Ende sparen solltest:
1. Gesundheitsrisiken
Billige Tattoo-Farben enthalten häufig minderwertige oder sogar schädliche Inhaltsstoffe. Diese können Allergien, Hautirritationen und andere gesundheitliche Probleme verursachen. Einige dieser Farben enthalten möglicherweise toxische Substanzen oder Schwermetalle, die auf der Haut allergische Reaktionen oder langfristige gesundheitliche Probleme hervorrufen können. Es ist wichtig, Farben zu wählen, die von anerkannten Herstellern stammen und die notwendige Sicherheitstests durchlaufen haben. Die EU hat hierzu einige Vorgaben gemacht, auf die ich im 3. Abschnitt noch etwas genauer eingehen werde. Wenn ihr professionell tätowieren wollt müsst ihr euch an diese Vorschriften halten. Falls ihr gerade darüber nachdenkt, dass ihr euch wahrscheinlich nur zu Hause tätowieren möchtet würde ich euch trotzdem ans Herz legen, euch richtige Tattoo Farbe zu anzuschaffen, denn:
2. Langfristige Auswirkungen auf die Haut
Die Verwendung von minderwertigen Farben kann langfristige Auswirkungen auf die Haut haben. Billige Farben können schneller verblassen oder sich verändern, was zu unerwünschten Verfärbungen und einem weniger ansprechenden Erscheinungsbild des Tattoos führt. Auch die Gefahr von Hautinfektionen oder Narbenbildung kann erhöht sein, wenn die Farbe nicht die richtige Qualität hat. Häufig können günstige Tattoo Farben auch zu sogenannten „Blowouts“ führen. Was das ist und wie ihr diese vermeiden könnt erkläre ich in meinem YouTube Video:
3. Fehlende Standardisierung und Qualitätssicherung
Günstige Tattoo-Farben werden oft nicht den gleichen strengen Qualitätskontrollen unterzogen wie hochwertige Produkte. Dies bedeutet, dass die Konsistenz der Farbe und ihre Reaktion auf die Haut variieren können. Eine unzureichende Qualitätssicherung kann zu Problemen beim Tätowieren führen, wie z.B. ungleichmäßiger Farbeindruck oder Schwierigkeiten beim Einheilen des Tattoos. Die EU hat hierzu eine Verordnung herausgebracht. Die Farben die den EU Normen entsprechen werden mit den entsprechenden Siegeln gekennzeichnet.
EU-Verordnungen und Zugelassene Tattoo-Farben
In der Europäischen Union unterliegt die Herstellung und der Verkauf von Tattoo-Farben strengen Vorschriften, um die Sicherheit und Gesundheit der Verbraucher zu gewährleisten. Die relevanten Richtlinien, insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, regeln die Inhaltsstoffe von Tattoo-Farben, da sie als kosmetische Produkte betrachtet werden. Diese Verordnung zielt darauf ab, die Sicherheit der in kosmetischen Produkten enthaltenen Substanzen zu garantieren.
1. EU-Verordnung (EG) Nr. 1223/2009
Diese Verordnung stellt sicher, dass nur solche Inhaltsstoffe in kosmetischen Produkten verwendet werden, die als sicher für den menschlichen Körper gelten. Für Tattoo-Farben bedeutet das, dass alle verwendeten Farbstoffe und Chemikalien den festgelegten Sicherheitsstandards entsprechen müssen. Tätowierer sollten daher sicherstellen, dass die verwendeten Farben diese Standards erfüllen.
2. Zugelassene Farbstoffe
In der EU gibt es eine Liste von Farbstoffen, die für die Verwendung in kosmetischen Produkten, einschließlich Tattoo-Farben, zugelassen sind. Diese Farbstoffe sind in der sogenannten Positivliste der Verordnung aufgeführt. Tätowierer sollten nur Farben verwenden, die diese zugelassenen Farbstoffe enthalten. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert, um neue Erkenntnisse über die Sicherheit von Farbstoffen zu berücksichtigen.
3. Beschränkungen und Verbote
Nicht alle Farbstoffe sind für den Einsatz in Tattoo-Farben erlaubt. Einige Substanzen, die möglicherweise in billigeren oder nicht regulierten Farben enthalten sind, können gesundheitsschädlich sein und sind daher in der EU verboten. Beispiele für verbotene Substanzen sind bestimmte Schwermetalle wie Blei oder Cadmium, die in einigen minderwertigen Farben gefunden werden können. Solche Inhaltsstoffe können ernste gesundheitliche Risiken darstellen und sollten daher strikt vermieden werden.
4. Kennzeichnungspflichten
Tattoo-Farben, die in der EU verkauft werden, müssen bestimmte Kennzeichnungspflichten erfüllen. Die Verpackung muss Informationen über die Inhaltsstoffe, die Herstellerdetails und die Sicherheitsanweisungen enthalten. Dies hilft Tätowierer*innen und Verbraucher*innen, informierte Entscheidungen über die verwendeten Produkte zu treffen und mögliche Risiken zu vermeiden. Beim Kauf von Tattoo-Farben sollte man auf diese Kennzeichnung achten, um sicherzustellen, dass die Farben den EU-Vorschriften entsprechen.
4. Probleme bei der Heilung des Tattoos
Wenn die verwendete Farbe minderwertig ist, kann es zu Problemen bei der Heilung des Tattoos kommen. Die Haut kann sich nicht optimal regenerieren, was zu einer schlechten Heilung, Infektionen oder übermäßiger Reizung führen kann. Ein gut gepflegtes Tattoo sollte in der Lage sein, sich sauber und ohne Komplikationen zu heilen, was bei der Verwendung von Billigfarben nicht immer gewährleistet ist. Von den bereits genannten Blowouts über Narben bis zu dem Verschwinden des Tattoos sind hier alle Möglichkeiten offen, daher:
5. Langfristige Kosten
Auf den ersten Blick mag es günstig erscheinen, billige Farben zu verwenden, aber die langfristigen Kosten können erheblich höher sein. Ein Tattoo, das aufgrund minderwertiger Farbe verschlechtert wird, könnte nachgebessert oder sogar komplett überarbeitet werden müssen. Dies bedeutet zusätzliche Kosten für den Tätowierer und möglicherweise auch für dich, wenn du versuchst, das ursprüngliche Design zu retten.
Welche Schadstoffe befinden sich jetzt genau in den billigen Tattoo Farben?
Schwermetalle in Tattoofarben
Einer der größten Gefahrenquellen in billigen Tattoofarben sind Schwermetalle. Diese giftigen Elemente können in verschiedenen Farben vorkommen und stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.
Blei: Dieses Schwermetall wird häufig in billigen Tattoofarben gefunden. Blei kann neurologische Schäden verursachen und ist besonders gefährlich für schwangere Frauen, da es die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen kann.
Chrom: In grünen und blauen Pigmenten wird oft Chrom verwendet. Es kann schwere Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen, die nicht nur unangenehm, sondern auch langanhaltend sind.
Nickel: Dieses Metall ist ein häufiger Bestandteil von schwarzen und grauen Pigmenten und kann allergische Reaktionen hervorrufen. Außerdem ist Nickel als krebserregend eingestuft, was das Risiko von Hautkrebs erhöht.
Cadmium: Cadmium findet sich oft in roten, orangefarbenen und gelben Pigmenten. Es ist krebserregend und kann zu schweren Schäden an Nieren und Knochen führen.
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs)
PAKs sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die in schwarzen Pigmenten vorkommen können. Sie entstehen oft durch unvollständige Verbrennung organischer Materialien und sind hochgradig krebserregend. Diese Verbindungen können über die Haut in den Körper gelangen und das Risiko für verschiedene Krebsarten erhöhen.
Aromatische Amine
Aromatische Amine sind gefährliche Verbindungen, die sich aus Azofarben abspalten können. Diese synthetischen Farbstoffe werden häufig in bunten Pigmenten verwendet. Sie sind nicht nur krebserregend, sondern können auch schwere Hautreizungen verursachen. Die Verwendung von Tattoofarben, die aromatische Amine enthalten, sollte vermieden werden, um das Risiko langfristiger gesundheitlicher Schäden zu minimieren.
Weitere Chemische Gefahren
Neben den oben genannten Schadstoffen können billige Tattoofarben auch eine Reihe weiterer schädlicher Chemikalien enthalten:
Formaldehyd: Ein Konservierungsstoff, der krebserregend ist und schwere allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Phthalate: Diese Weichmacher stehen im Verdacht, hormonelle Störungen und Krebs zu verursachen.
Ethylenglykol: Ein Lösungsmittel, das giftig ist und sowohl Hautreizungen als auch systemische Vergiftungen verursachen kann.
Phenole: Chemische Verbindungen, die als Konservierungsmittel oder Bestandteil von Pigmenten vorkommen und toxische Effekte auf den Körper haben können.
Parabene: Konservierungsstoffe, die hormonelle Störungen verursachen und ebenfalls als krebserregend eingestuft werden.
Fazit
Beim Tätowieren geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern auch um die Sicherheit. Die Verwendung von hochwertigen Tattoo-Farben gewährleistet nicht nur ein besseres ästhetisches Ergebnis, sondern schützt auch deine Haut und Gesundheit. Investiere in Qualität, um sicherzustellen, dass dein Tattoo nicht nur gut aussieht, sondern auch sicher und langlebig ist. Schließlich zählt bei einem Tattoo nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität und Sicherheit, die du deinem Körper bieten kannst.


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